Mittwoch, 06 November 2019 10:41

Daten von Krankenversicherten sollen der Forschung zugänglich sein

Gesundheit"Forschung" sollte man ehrlicherweise mit "Pharmaindustrie" gleichsetzen, wir wissen selbst, dass Forschungsinstitute meist eng mit der Wirtschaft verbandelt sind, oder sogar Unterabteilungen des jeweiligen Pharmabetriebes sind.

Jens Spahn will die Daten von gesetzlich Versicherten eben jener zur Verfügung stellen. Die Vericherten sind wir. Was erlaubt sich dieser Minister? Hat in irgendeiner Form eine öffentliche Diskusion über die Art und Weise der Herausgabe meiner (unserer) Gesundheitsdaten stattgefunden? Unter dem Mäntelchen "der Wissenschaft zur Verfügung stellen" wird hier massiver Datenraub zum NullTarif eingeläutet, ein Widerspruchsrecht des Einzelnen ist noch nicht einmal vorgesehen!

Natürlich wird versichert, dass die Daten anonymisiert und "safe" seien, in der Realität sieht das meist anders aus; niemand kann dies garantieren. In Zeiten von Big Data sind Daten aber die Goldnuggets, nach denen fieberhaft geschürft wird. Einem Missbrauch, dessen Auswirkung man sich heutzutage noch nicht einmal im Traum ausmalen kann, wird hier massiv Vorschub geleistet. Die vielen anderen Probleme unseres Gesundheitswesens werden damit wahrlich nicht gelöst.

D. Bornheimer

auch lesen: https://www.zeit.de/politik/deutschland/2019-11/bundesgesundheitsminister-jens-spahn-patientendaten-forschung?sort=desc#comments

https://www.spektrum.de/kolumne/das-grosse-scheitern/1685328